Zugfahren in Deutschland – Diese Spartipps müsst ihr beachten

Zugfahren in Deutschland – Diese Spartipps müsst ihr beachten

22. Juli 2018 1 Von Fabrice

Der Sommer ist da, und damit auch die allseits beliebten Klimaanlagen-Ausfälle in den Fernverkehrszügen der Deutschen Bahn. Und auch wenn das Zugfahren in Deutschland eher für Schlagzeilen über Verspätungen und Probleme sorgt, so ist es dennoch eine wunderbare Möglichkeit, innerhalb Deutschlands bequem und ökologisch zu reisen. Kein anderes Verkehrsmittel bietet solch einen guten Kompromiss von Geschwindigkeit und Komfort wie der ICE. Und Zugfahren muss entgegen seines Rufes insbesondere für junge Menschen auch nicht immer teuer sein, wie ich euch in diesem Beitrag näher zeigen möchte.

 

1) Das Sommerticket ist der (inoffizielle) Nachfolger für den Deutschlandpass, mit dem man innerhalb eines Monats unbegrenzt Bahn fahren konnte und damit beinahe die Privilegien der berüchtigten Bahncard 100 besaß. Obwohl die Bahn für dessen Abschaffung einige Kritik erntete, gibt es mit dem Sommerticket einen durchaus brauchbaren Ersatz. Das Angebot richtet sich an junge Menschen und kostet 76 € wenn ihr unter 18 seid bzw. 96 € wenn ihr zwischen 18 und 26 Jahre alt seid. Bis zum 27. September könnt ihr damit vier flexible Fahren unternehmen, erwerbt also quasi vier sogenannte Flextickets zum Preis von je 24 € (bzw. 19 €), die ansonsten wesentlich teurer sind. Die einzige Bedingung ist, dass mindestens eine Teilstrecke in einem Fernverkehrszug (also ICE, IC oder EC) zurückgelegt wird. Ihr erhaltet ein Papierticket (online auf bahn.de oder am Fahrkartenautomaten), bei dem ihr euren Namen und dann vor jeder Fahrt den Start- und Zielbahnhof sowie das Datum eintragt. Besonders toll: Stop-Over innerhalb des Tages sind erlaubt, solange sie auf der direkten Strecke liegen. So könnte ihr zum Beispiel von Berlin nach München fahren und dabei noch in Nürnberg einen Freund auf einen Kaffee treffen – dabei kommt ihr dann noch gleich in den Genuss der neuen Schnellstrecke durch den Thüringer Wald. Verkauft wird das Sommerticket noch bis zum 15. August!

 

2) Die Sparpreise locken mit günstigen Ticketpreisen, sind aber vermeintlich schwer zu buchen. Ihr müsst auf jeden Fall zeitlich sehr flexibel sein und weit im Voraus planen, ansonsten werden die Tickets schnell teuer. Am besten geht das über den Sparpreis-Finder der Bahn, den ihr auf der offiziellen Seite findet. Damit könnt ihr teilweise schon für 19,90€ mit dem ICE durch Deutschland fahren, die Verfügbarkeit ist aber auf vielbefahrenen Strecken eher schlecht. Beachtet außerdem, dass alle Sparpreis-Tickets zuggebunden sind – noch ein Grund mehr für das Sommerticket. Einen Vorteil haben die Sparpreise aber noch: sie gelten auch für Fahrten in die Europäischen Nachbarländer. Ab 19 € kommt ihr zum Beispiel auch nach Straßburg. Hier lohnt es sich, die Augen offen zu halten, denn manchmal gibt es sogar den noch günstigeren Sparpreis-Aktion (ab 14,90 €)!

3) Die Bahncard ist eigentlich ein Must-have für jeden Bahnfahrer und sollte allseits bekannt sein. Dennoch gab es hier in den letzten Jahren insbesondere für junge Menschen ein paar brauchbare Änderungen, weshalb ich die Bahncard hier nicht unerwähnt lassen möchte. Die beste Karte für Reisende bis einschließlich 26 ist nämlich die relativ neue MyBahncard 50, die ihr für einen unschlagbaren Preis von 69 € pro Jahr (2. Klasse) erhaltet. Damit bekommt ihr ein Jahr lang sowohl die Vorteile der Bahncard 50 (50% auf Flexpreise), als auch die der Bahncard 25 (25% auf Sparpreise) – ihr erhaltet damit also garantiert immer die besten Preise. Egal, ob ihr nun weit im Voraus die Sparpreise, oder spontan die Flexpreise bucht. Eine super Möglichkeit für die langen Sommersemesterferien ist außerdem die neue Probe Bahncard 100. Der Preis von 1275 € ist zwar ganz schön happig, ihr könnt damit aber drei Monate alle Züge in Deutschland nehmen, in vielen Städten den Nahverkehr nutzen und profitiert von den vielen weiteren Vorteilen der Premium-Karte (z.B. Comfort-Status mit Lounge-Zugang). Warum also nicht mal statt einer Fernreise im Sommer Deutschland erkunden (Clara hat es ja schon vorgemacht)?

 

4) Eine Sitzplatzreservierung könnt ihr euch fast immer sparen, glaubt mir. Ich habe selbst eine Bahncard 100 und bin Vielfahrer, dennoch habe ich im letzten Jahr genau vier Mal einen Sitzplatz reserviert, und das auch nur wegen zu erwartender Überfüllung z.B. vor Weihnachten. Dafür muss man eigentlich nur das Reservierungssystem der Bahn verstehen. Dieses vergibt nämlich Sitzplatzreservierungen automatisch immer vom Bordrestaurant ausgehend, sodass in den Wagen daneben meistens alle Sitzplätze ausgebucht sind. Man kann vor der Fahrt sowohl auf der Anzeigetafel, als auch im Fahrplanaushang die Wagenreihung einsehen. Wenn ihr am Bahnsteig dort steht, wo der letzte Wagen der 2. Klasse hält (und damit am weitesten vom Bordrestaurant entfernt), dann habt ihr sehr gute Chancen auf einen Sitzplatz und spart damit 4,50 € pro Fahrt.

 

5) Wer übrigens noch keine Bahnbonuspunkte sammelt sollte das schleunigst tun. Für 1000 Punkte erhaltet ihr zum Beispiel eine Freifahrt in der 2. Klasse, die sich auch spontan einsetzen lässt, wenn die Ticketpreise  auf den beliebten Strecken mal wieder astronomische Höhen erreichen. Zwar gibt es hierfür pro Zug auch nur ein gewisses Kontingent, ich konnte aber bisher fast immer meinen gewünschten Zug buchen. Und mit einem Upgrade für 500 Punkte könnt ihr auch mal an der 1. Klasse schnuppern. Hier könnt ihr euch zum Sammeln anmelden.

Hier habe ich mir Mal ein Upgrade gegönnt. Man kann definitiv schlechter reisen