Peru – Land der Inka

Peru – Land der Inka

25. Juli 2018 0 Von Antonia

Peru

Im Februar 2016 startete ich meine Reise alleine nach Peru. Mit dem Zug ging es nach Amsterdam und von dort flog ich direkt nach Lima. Die Entscheidung ausgerechnet nach Peru zu reisen ergab sich, da meine Austauschschülerin aus der Schulzeit in Lima lebt und ich sie dort besuchen wollte.
Die ersten paar Tage verbrachte ich bei meiner Freundin und ihrer Familie in Lima, der Hauptstadt von Peru. Knapp neun Millionen Menschen leben in der Stadt am Pazifik. Die Straßen sind voll mit hupenden Taxis und Menschen, die ihrem Alltag nachgehen. Den Taxifahrern zu vertrauen, dass ich nicht im Straßenverkehr sterben würde, musste ich erst noch lernen.

Lima

Während meine Gast-Familie zur Arbeit ging, erkundigte ich Lima. Um einen ersten Eindruck über die Stadt zu bekommen, wurde mir eine Stadtrundfahrt in einem der Touristenbusse empfohlen. In kleineren Städte bevorzuge ich es zu laufen, aber bei den Entfernungen in Lima hätte ich mir ohne Bus wahrscheinlich die Füße wund gelaufen. Der Bus fuhr mit einer bunt gemischten Gruppe Touristen, inklusive mir, an den Parlamentsgebäuden vorbei, ein Stück der Küste entlang und machte einen Stopp an der “Iglesia y Convento de San Francisco”, wo wir die Katakomben besichtigten. Dort hörten wir eine lustige Erzählung über den  nationalen Pisco-Tag (der traditionelle Schnaps in Peru), an dem der Brunnen auf dem Platz vor dem Parlament mit Pisco gefüllt werden würde und alle Stadtbewohner daraus trinken würden. Leider konnte ich nicht eindeutig herausfinden, ob dies eine wahre Begebenheit ist oder nur eine gerne vor leichtgläubigen Touristen vorgetragene Geschichte. Mir gefällt aber die Vorstellung, dass die Einwohner in Lima einmal im Jahr einen Brunnen voller Pisco haben.

Stadtbezirk Barranco

Der Stadtbezirk Barranco gilt als „hippes“ Viertel von Lima, zieht viele Künstler an und ist sehr schön, um einfach ein bisschen durch die Straßen zu flanieren. Ein kleines Highlight war der Besuch im MATE – Museo Mario Testino. Sowohl das Gebäude, als auch die Ausstellung waren sehr schön. Mario Testino ist ein Fotograf, der viele bekannte Persönlichkeiten abgelichtet hat; unter anderem auch Prinzessin Diana. Man muss dazu anmerken, dass Peru nicht sehr viele international bekannte Künstler oder Sportler hat. Wenn es also dazu kommt, dass jemand zu Ruhm gelangt, bekommt er selbstverständlich ein eigenes Museum. Informationen über die aktuellen Ausstellungen findet ihr hier: https://www.mate.pe/en/

Cusco

Eine gute Woche verbrachte ich in Cusco in den Anden. Die Stadt liegt auf rund 4000 Metern Höhe, was ich auch direkt zu spüren bekam und zwei volle Tage brauchte, um mich an die dünne Luft zu gewöhnen. Gegen die Höhenkrankheit trinkt man hier einen Tee aus Coca Blättern, die gleiche Pflanze aus der auch Kokain gewonnen werden kann. Diese Information war für mich etwas irritierend, aber der Tee half mir wirklich und ich verspürte auch keine Anzeichen davon, „auf Drogen“ zu sein oder gar in eine Abhängigkeit zu geraten.

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MATE Museum in Barranco

Gewohnt habe ich in einem Hostel im Zentrum der Stadt mit einem gemütlichen Innenhof, der zugleich Treffpunkt der Hostel-Bewohner ist. Während meines Besuchs im Februar feierten die Peruaner Karneval, was ungefähr wie folgt ablief: Im Innenhof des Hostels wurde ein gefällter Baum aufgestellt und mit bunten Bändern, Luftballons und Eimern geschmückt. Um den fertig geschmückten Baum herum wurde getanzt und gesungen. Anschließend wurden die Eimer mit Wasser befüllt und Frauen gegen Männer lieferten sich eine unerbittliche Wasserschlacht. Die umstehenden Hostelbewohner waren hin und her gerissen mitzumachen, oder lieber trockene Zuschauer zu bleiben.

Karneval im Hostel Innenhof
Marktplatz in Cusco

Machu Picchu

Das absolute Highlight meines Urlaubs in Peru war der Trip zur historischen Inka-Stadt Machu Picchu. Im 15. Jahrhundert erbaute das indigene Volk im Hoch-Dschungel der Anden die Siedlung, deren Bedeutung bis heute ungeklärt ist.

Die Planung des Besuchs erfordert etwas Recherche vorab. Die Anreise ist nicht ganz einfach, da es verschiedene Wege nach Machu Picchu gibt. Ich habe die wahrscheinlich einfachste und angenehmste Variante gewählt. In meinem Hostel gab es zwei nette Frauen, die Trips zu den umliegenden Ausflugszielen verkauften und da ich allein und mit wenig Spanischkenntnissen etwas unsicher war, buchte ich meine Machu Picchu Tour direkt bei ihnen. Alle Fahrten und Eintrittskarten waren enthalten und ich musste nur zu einem Treffpunkt kommen. Eine Übersicht über die verschiedenen Anreise-Varianten zu Machu Picchu findet ihr auf der Seite von Incarail.

Zunächst ging es mit dem Bus von Cusco nach Ollantaytambo. Dort wartet der Zug, der die Touristen nach Aguas Calientes bringt. Das kleine Dorf ist nur mit dem Zug oder zu Fuß erreichbar, es führt keine Straße dorthin. In Aguas Calientes verbrachte ich eine Nacht im Hostel, um am nächsten Morgen sehr früh den Aufstieg zum Eingang von Machu Picchu zu starten. Um halb 5 wanderte ich los, da ich um 6 Uhr meine Zeit war, um eingelassen zu werden. Die Wanderung stellt sich als anstrengender heraus als erwartet. Angesetzt auf 1,5 Stunden, dachte ich mir nicht viel dabei und schätze es für meine Wandererfahrung als gut machbar ein. Der Aufstieg verlief jedoch hauptsächlich über riesige Steinstufen und in der dünnen Luft auf 3.000 Meter Höhe kam ich schon bald ins Keuchen; genau wie alle anderen, die sich für den gleichen Weg entschieden hatten.

Das Ticket für Machu Picchu hat mich etwa 50 $ gekostet und ist an einen Zeitraum gebunden, in dem man Eingang sein muss. So soll verhindert werden, dass sich zu viele Menschen auf einmal auf dem Gelände befinden. Ausführliche Infos zu den Eintrittspreisen findet ihr auf dieser Website: www.ticketmachupicchu.com.

Meine Führung durch die sehr beeindruckenden Ruinen war auf Englisch, aber ich verstand leider dennoch nicht besonders viel – der Akzent meines Guides war einfach zu stark. Als sich der Nebel verzog und die Sonne raus kam, war der Blick auf die Inka Stadt und die umliegenden Berge einfach unglaublich schön und fast ein bisschen surreal. Ich blieb ein paar Stunden oben auf dem Gelände und machte mich dann an den Abstieg zurück nach Aguas Calientes, und von dort wieder mit Zug und Bus nach Cusco. An dem Abend fiel ich so erschöpft und müde in mein Bett, wie schon lange nicht mehr.

Unterkunft Cusco: Pariwana Hostel, ca. 9.50 Euro pro Nacht im Mehrbettzimmer inkl. kleinem Frühstück.

Machu Picchu - Inka Stadt in den Anden

Arequipa

Der dritte Teil meiner Reise führte mich nach Arequipa, eine Stadt im Süden Perus. Empfohlen wurde sie mir besonders wegen des guten Essens. Mein Hostel war nicht ganz einfach zu finden, aber der Taxifahrer war so nett, mir etwas zu helfen. Kaum eine halbe Stunde angekommen sprach mich auch schon einer meiner Zimmer-Mitbewohner an und fragte mich, was ich während meines Aufenthalts geplant hätte. Zugegeben, ich war auf Arequipa etwas weniger vorbereitet und heilfroh, als mir mein neuer Freund Jean-Pierre ausführlich beschrieb, was er alles vor hatte. Er fragte auch direkt, ob ich mich denn nicht anschließen wollte – natürlich wollte ich! Am nächsten Tag buchten wir zusammen bei einem der vielen Reiseveranstalter eine 3-tägige Wanderung durch den Colca Canyon.

Arequipa: Plaza de Armas

Colca Canyon

Die 1.200 Meter tiefe Schlucht ist umgeben von rauem Gestein und bekannt für seine Andenkondore, riesige Vögel die in Peru als heilig gelten. Unsere Wandertour begann früh morgens mit dem Bus, wir waren sechs Touristen und eine Wanderführerin. Die erste Etappe ging bergab an den Grund der Schlucht, ca. 600 Höhenmeter stiegen wir hinab. Am Nachmittag erreichten wir unsere Unterkunft, ein paar kleine Hütten mit Strohdach. Beim gemeinsamen Abendessen erlebten wir ein Mini-Erdbeben, es war so als hätte mich jemand an der Schulter gepackt und kurz geschüttelt – mit der Ausnahme, dass es alle um mich herum auch gespürt hatten. Ein bisschen beängstigend und aufregend zugleich, so würde ich meine erste kleine Erdbeben-Erfahrung beschreiben. Am zweiten Tag wanderten wir weiter durch den Canyon bis zur Oase, so hieß unsere zweite Unterkunft. Und es war wahrlich eine Oase! Ein großer Pool, voll mit klarem kaltem Wasser, empfing uns nach der stundenlangen Wanderung durch die Sonne. Unsere dritte Etappe führte uns am frühen morgen steil bergauf wieder aus dem Canyon hinaus. Mit der Aussicht auf ein leckeres Frühstück oben am Rande der Schlucht ging der Aufstieg zügig voran. Gestärkt ging es dann mit dem Bus wieder zurück nach Arequipa.  

Colca Canyon

Unsere Route führte uns durch den Nationalpark Salinas and Aguada Blanca National Reserve. Hier wartete noch ein letztes Highlight des Ausflugs, jedenfalls für mich. Wir konnten freilaufende Lamas direkt am Wegesrand beobachten und hatten einen etwas wolkenverhangenen, aber dennoch beeindruckenden Blick über ein riesiges Steinfeld auf den Vulkan Ampato hatten. Nach diesem Foto-Zwischenstopp ging es dann aber wirklich zurück nach Arequipa und nach einer Dusche auch direkt ins Bett.  

Essen in Arequipa: Durch eine Empfehlung im Hostel bin ich mit meinen Wanderfreunden auf ein kleines Restaurant gestoßen: im Ratatouille gibt es peruanisch-französische Gerichte. Super lecker und dazu noch sehr günstig!

Alpacas am Wegesrand

Good to know

Essen und Trinken

Unbedingt einen Pisco Sour kosten und die tropische Lucuma Frucht probieren.

Must see

Auch wenn es schon sehr überlaufen ist, war der Besuch von Machu Picchu mein absolutes Highlight dieser Reise, die Atmosphäre ist atemberaubend. Zu manchen Zeiten wird Machu Picchu gesperrt, damit die Erhaltung der Stadt sichergestellt werden kann. Am besten informiert ihr euch vor eurer Peru Reise auf der offiziellen Seite: ww.machupicchu.gob.pe/

Sprache

Vor der Reise: Spanisch lernen! Ein paar Brocken spanisch sind in Peru nicht unnütz, wenn man nicht mit Händen und Füßen kommunizieren will. Englisch ist eher wenig ausgeprägt. Zudem freuen sich die Einheimischen sehr, wenn man ein wenig ihre Sprache beherrscht.

Reisen in Peru

Ich bin von Stadt zu Stadt mit günstigen Inlandsflügen geflogen, da ich insgesamt nicht sehr lange in Peru war. Viele andere Backpacker sind mit dem Bus gefahren, das ist günstiger, dauert aber auch länger.

Visum

Ein Reisevisum ist für Peru nicht nötig, die Einreise ist mit einem deutschen Reisepass möglich.

Impfungen

Bei einer Reise nach Peru muss vorab der Impfschutz überprüft werden. Je nachdem welche Regionen Perus besucht werden, sind Impfungen gegen Hepatitis und Gelbfieber empfehlenswert. Nicht alle Ärzte machen diese Impfungen, teilweise muss man zum Gesundheitsamt. Welche Impfungen ihr wirklich braucht findet ihr bei den medizinischen Hinweisen des auswärtigen Amts.  

Vorsicht

Peru ist für Südamerika recht touristisch, aber trotzdem ist Kriminalität ein Thema und man sollte sich mit offenen Augen durch die Gegend bewegen und seine Wertsachen nicht aus den Augen lassen. Mir ist aber als allein reisende Frau in den drei Wochen nichts passiert und ich habe mich auch nie unwohl gefühlt.