Kanutour im Westen Thüringens

Kanutour im Westen Thüringens

16. Juli 2018 0 Von Clara

Fernreisen sind super. Asien, Amerika, Afrika, Australien – so viele Kontinente, die zwar eine lange Anreise erfordern, aber trotzdem so viel Schönes für uns bereit halten. Aber genauso so viel Schönes können auch Orte für uns bereit halten, die eben nicht ganz so weit weg sind. Für die man nicht unbedingt in einen Flieger steigen muss, sondern vielleicht eben nur auf’s Fahrrad. Oder ins Auto. Oder in die Regionalbahn.

Ein warmer Sommertag Ende Juni – dass man diesen Tag wunderbar in einem Örtchen namens Treffurt im äußersten Westen Thüringens verbringen kann, dachte ich zu Beginn des Tages nicht. Eine Kanutour, mehrere Picknicke und ein paar verbrannte Hautpartien später war ich mir sicher: Urlaub – das geht auch ganz kurz. Und ganz nah. Und ist mindestens genauso schön, wie ein Strandtag in einem fernen Land.
Aber erstmal ganz von vorne: Meine Familie machte sich an einem sonnigen Samstagmorgen auf nach Treffurt zu einer Kanutour. Der Verantwortliche der Werratal Tours fuhr mit uns zum Startpunkt der Kanufahrt nach Buchenau. Dort bekamen wir eine Einweisung bezüglich der Benutzung der Paddel und der Kanus. Außerdem wurde uns auf einer Karte gezeigt, wo es genau lang ging: Von Buchenau über Mihla, vorbei an Ebenshausen, Frankenroda und Falken, bis wir schließlich wieder in Treffurt ankamen.

 

 

Und schon ging es los für uns – sechs Personen, aufgeteilt auf zwei Kanus. Ich weiß nicht mehr genau, wer auf die Idee kam, mich – die orientierungsloseste Person der Welt –  als “Steuermann” in unserem Kanu einzuteilen. Aller Anfang war schwer und somit brauchte ich einige Zeit, um zu verstehen, WIE ich denn nun genau das Kanu nach links oder nach rechts schippern lassen konnte. Also landeten wir einige Mal unverhofft im Gebüsch, in einem Schwarm Mücken oder blieben an einem Stein im Wasser hängen. Irgendwann hatte ich es jedoch raus und die restliche Fahrt gestaltete sich deutlich entspannter. Wir verbrachten die Zeit mit Quatschen und dem Genießen der Natur. Ich hatte mein Handy zur Abwechslung mal nicht bei mir und es war einfach wundervoll. So konnte ich mich voll und ganz auf die wunderschöne Landschaft konzentrieren und beherzt quieken, wenn wir mal wieder an einer Schwanenfamilie samt Nachwuchs vorbei fuhren.

Nach etwa zwei Stunden Fahrt suchten wir uns einen Ort zum Anlegen, um Picknicken zu können. Ich bin eigentlich überhaupt kein Campingfan, aber ich muss zugeben, dass mir dieses Durch-die-Natur-streifen und Einfach-irgendwo-anlegen-und-picknicken extrem gut gefallen hat. Es war alles so einfach und so entspannt. Ich hatte zwischendurch kein Zeitgefühl mehr und wusste nicht, wie lange wir schon unterwegs waren oder wie lange wir noch unterwegs sein würden – aber das war mir überraschenderweise total egal. Eine tolle Abwechslung.

Wir vielleicht vielleicht um die vier Stunden unterwegs. Die letzte Stunde erwies sich allerdings als die schwierigste und zog sich wie Kaugummi. Wir waren müde, unsere Arme schmerzten vom Paddeln und die schmalen Hartholzsitze der Kanus taten überhaupt nichts für unsere Hinterteile. Dennoch hielten wir durch und kamen schließlich müde und glücklich wieder in Treffurt an. Danach war alles ganz unkompliziert: Wir zogen die Kanus aus dem Wasser, leerten und stellten sie auf eine Art Holzbänke, die direkt am Ufer hinter einem Zaun standen und fuhren dann wieder zurück nach Hause. Wir waren auf niemanden angewiesen, sondern konnten alles selbst managen – einfach unkompliziert und schön!

Das Ergebnis dieser Tagestour? Sechs glückliche Menschen, etwas Sonnenbrand, ein paar Mückenstiche und das Beste: Die Erkenntnis, wie schön Thüringen eigentlich sein kann.

 

Habt ihr Erfahrungen mit Kanutouren in anderen Teilen Deutschlands? Oder seid ihr sogar die gleiche Strecke schon einmal gefahren und wollt eure Erfahrungen mit uns teilen? Schreibt uns gerne per Mail oder bei Instagram. Wir freuen uns auf eure Reiseberichte!

 

Mail: info@meilenweit-hinaus.de

Instagram: @meilenweit_hinaus