Cookinseln – Paradies im Südpazifik

Cookinseln – Paradies im Südpazifik

26. August 2018 0 Von Fabrice

Bevor es für mich zum Wandern in den Sarek-Nationalpark im wilden Norden Schwedens geht (worüber ich hier natürlich ausführlich berichten werde), möchte ich euch noch die Eindrücke meiner Reise zu Cookinseln schildern. Ich stelle mal die gewagte Behauptung auf, dass von den Lesern dieses Blogs die wenigsten jemals dort waren. Es handelt sich um eine Gruppe von 15 Inseln, die ziemlich abgelegen im südlichen Pazifik liegen. Die größte Insel, Rarotonga, war zugleich das Reiseziel von mir und meiner Freundin Ende Januar. Eigentlich war es nur als kleiner Trip auf unserer Neuseelandreise geplant, aber es entwickelte sich schon fast zu dem Highlight der ganzen Reise. Rarotonga sieht aus wie man sich das Paradies auf Erden vorstellt: eine Insel mit grünen Bergen, umgeben von dichtem Wald, gesäumt von einem weißen Sandstrand mit vorgelagerter Lagune und Korallenriff. Leider kann ich euch an dieser Stelle kein geeignetes Bild zeigen, da wir jeweils in der Nacht an- und abreisten, aber ich bin mir sicher, dass eurer Fantasie keine Grenzen gesetzt sind.

Bei der Ankunft am Flughafen erwarteten uns leider keine Mädchen mit Blumenketten – vielleicht war das der späten Ankunftszeit geschuldet. Unsere Unterkunft hatte sich, wie versprochen, um einen Transfer gekümmert. Der nette Taxifahrer erklärte uns auch direkt, in welchem Haus der Anlage wir übernachten würden – das war schon sehr charmant aber auch nötig, denn die Rezeption war nicht mehr besetzt und so stolperten wir durch die Dunkelheit (es gab keinerlei Beleuchtung) bis zu unserer Hütte. Diese entpuppte sich als kleiner Bungalow, der aber alle Annehmlichkeiten inklusive einer Klimaanlage bot. Da wir es kaum erwarten konnten, gingen wir trotzdem Dunkelheit schon bald weiter bis zum Strand, wo wir mithilfe im säuselnden Rauschen des Meeres den Tag ausklingen ließen.

Am nächsten Tag erkundigten wir uns bei der netten Besitzerin, die unser „Motel“ offensichtlich komplett selbst betrieb, nach der Umgebung. Es gab einen kleinen Shop direkt gegenüber sowie eine Bäckerei und einen Rollerverleih in wenigen Minuten fußläufig erreichbar. Roller sind auf Rarotonga ein weit verbreitetes Fortbewegungsmittel, da die Insel nur über eine Ringstraße verfügt, die sich in etwa 40 Minuten komplett umrunden lässt. Der Besuch beim Rollerverleih ergab, dass wir zum Fahren der Roller einen Motorradführerschein benötigen, da es auf der Insel ausnahmslos 125er Roller gibt. Unsere besorgten Mienen konnte der polynesische Mitarbeiter aber direkt auflösen: angeblich sei der ohne Probleme bei der Polizei in der „Hauptstadt“ Avarua durch eine kleine Prüfung zu erwerben.

Mit dem einzigen Bus der Insel, der stündlich im Uhrzeigersinn fährt (und in der Hauptsaison zusätzlich noch einmal gegen den Uhrzeigersinn) gelangten wir auch schnell nach Avarua, ein Dorf, welches den Namen Hauptstadt kaum verdient hat. Die dortige Polizeistation war im Inbegriff zu schließen (es war 11:50 an einem Samstag…), und auf meine Nachfrage würden sie auch am Sonntag erst gar nicht öffnen. Für einen Test war leider keine Zeit mehr, das Inseltempo macht eben auch vor der einzigen Polizeistation nicht halt. Mit ein paar netten Worten konnte ich die nette Polizistin aber doch überzeugen, mir einen Motorradführerschein auszuhändigen, ohne dass ich den Test machen musste. Sogar der vergessene Reisepass, der sicher in der Unterkunft lag, ließ sich durch Vorlage meines (deutschen!) Autoführerscheins kaschieren. Ungläubig hielt ich nur wenige Minuten später einen Motorradführerschein in der Hand, der mich nur 10$ (der Cookinsel-Dollar ist identisch mit dem neuseeländischen, es gibt aber ein paar eigene Münzen) gekostet hatte.

Einen Roller konnte man nur unweit der Polizeistation für 3$ pro Tag mieten – kein Wunder, dass fast jeder hier mit einem durch die Gegend fuhr. Wir schlenderten im Anschluss noch etwas über einen lokalen Markt, der Holzschnitzereien und tropische Früchte für Touristen feilbot. Mit dem Roller fuhren wir danach zurück in unser Motel, wo wir den tollen Strand genossen, der wirklich nur wenige Meter von unserem Bungalow entfernt lag. Abends waren wir dann noch in einem Restaurant in der Umgebung. Obwohl wir auf der ruhigen und abgelegenen Seite der Insel waren, gab es eine sehr gute Auswahl an guten und bezahlbaren Läden.

Den folgenden Tag verbrachten wir hauptsächlich an unserem tollen Privatstrand, denn außer uns waren nur zwei andere Gäste in der Anlage untergebracht (erwähnte ich bereits die bequeme Hängematte?). Obwohl wir den Bungalow auch wegen der Küche ausgewählt hatten, kamen wir mit der nahen Bäckerei und dem kleinen Shop gut durch den Tag und mussten nie selbst kochen. Später am Tag erkundeten wir noch mit dem Roller die Insel und nahmen ein paar Drinks am beliebten Muri Beach ein, wo sich viele teure Resorts und Hotels befinden. Bei unsere Runde um die Insel sahen wir viel vom alltäglichen Leben und mussten ein paar Hunden und Hühnern auf der Straße ausweichen. Abends sahen wir uns am Strand noch stundenlang den klaren Sternenhimmel an – wie oft hat man schon die Chance, das an einem Ort mit so wenig Lichtverschmutzung zu tun?

An unserem (leider) letzten Tag fuhren wir noch einmal in Richtung Muri Beach, wo wir am Vortag einen Schnorchelverleih gesehen hatten. Unsere Rucksäcke konnten wir zum Glück in der Unterkunft lassen, sodass wir sie nicht den ganzen Tag durch die Gegend tragen mussten. Wir konnten uns ein paar Fische in der Lagune anschauen – in das Riff trauten wir uns nicht, dafür hätten wir uns lieber einer geführten Gruppe angeschlossen. Anschließend fuhren wir noch zu einem atmosphärischen Imbiss nah am Wasser, wo es ein extrem leckeres Thunfischsandwich zusammen mit erfrischenden Trinkkokosnüssen gab.

Rarotonga war mein erster Urlaub in der Südsee und es war einfach nur ein toller Trip. Ich würde gerne sofort wieder dahin fliegen, es gibt unzählige tolle Korallenriffe und Sandinseln, an denen man schnorcheln und sich erholen kann. Leider sind Rarotonga und die Cookinseln sehr schwer zu erreichen.

Bezahlbare Direktflüge gibt es eigentlich nur von Neuseeland, insbesondere von Auckland aus. Von Rarotonga aus könnt ihr dann auch zu den anderen größeren Inseln fliegen (Mangaia, Aitutaki, Atiu). 

Das kulinarische Highlight war das Cajun Thunfisch Sandwich im The Mooring Fish Cafe. Dazu konnte man verschiedene Getränke oder sogar eine Kokosnuss wählen. Es gibt wirklich unzählige tolle Restaurants. Unbedingt Tripadvisor checken, damit ihr nicht in einer Touristenfalle landet.

Wir haben im The Reef Motel übernachtet, welches wir über booking.com gebucht haben. Die Besitzerin war super freundlich, die Lage sehr ruhig und trotzdem wunderschön. Noch dazu viel günstiger als in den teuren Resorts am Muri Beach.

Die Polizeistation hat am Samstag nur bis 12 Uhr auf und am Sonntag sogar zu. Schaut also, dass ihr möglichst vorher einen Führerschein erwerbt, ein Roller auf Rarotonga ist das schnellste Fortbewegungsmittel und hat einen besonderen Flair.