Auf ’ne Reise mit dir.

Auf ’ne Reise mit dir.

1. August 2018 1 Von Marie-Therese

Ich glaube an nicht viele Dinge im Leben. Gehöre keiner Religion an, verlasse mich einfach lieber auf mich selbst. Aber ich glaube an das Schicksal. Und an die Liebe. Vielleicht auch auf den ersten Blick.

Selbst als recht emanzipierte Frau, die ich doch bin, habe ich in dieser Hinsicht ein viel zu romantisches Bild von der Realität. Wahrscheinlich habe ich schlichtweg zu viele Disneyfilme gesehen. Simba und Nala, Mulan und Shang, Pocahontas und John. Und so kommt es nicht selten vor, dass ich mich in meinen hoffnungsvollen Tagträumen verliere. Am liebsten in Reisen, die ich allzu gern mit einem ganz bestimmten Menschen erleben würde. Dem Richtigen.

 

Du und ich. Auf einer Vespa durch Italien. Beige soll sie sein, mit braunem Leder. Ich halte mich an dir fest, lege meine Arme um dich. Schließe für einen kurzen Moment die Augen. Vor uns das Meer, an den Straßen typisch sizilianische Häuser. Kunterbunt. Klein und hübsch. Die Sonne versinkt am scheinbar nahen Horizont. Kräftiges Rot vermischt sich mit Orange, Gelb mit zartem Hellblau.

Nach der langen Fahrt zieht es uns in ein kleines Lokal. Du bestellst die wohl größte Pizza, ich die beste Pasta der Welt. San Pellegrino und Rotwein. Oder doch lieber Bier? Du lachst. Und während wir dort sitzen, uns den Bauch vollschlagen und unser Essen miteinander teilen, merke ich, wie sehr ich es genieße. Wie sehr ich dich genieße. Nur du und ich.

Du und ich. Auf einer Reise durch Kanada. Nur mit dem Rucksack wandern wir umher, die Natur bestimmt den Weg. Lassen uns treiben von einem kleinen Bachlauf, bis wir allmählich unser Ziel vor Augen haben. Ein riesiger See. Tiefblau und unfassbar klar, eingebettet in die wohl schönste Gebirgskulisse. Der alte Holzsteg im Wasser wird uns schon beide halten – also wagen wir den Schritt. Ich voraus, du direkt hinter mir.

Geschafft. Ich will gerade etwas sagen, da ziehst du mich zu dir. Nimmst mich in den Arm und schaust mich an. Stille. Für einen kurzen Moment. Dann küsst du mich. Nur du und ich.

Du und ich. Mit einem Van durch Südfrankreich. Ich sitze als Copilot neben dir. Halte deine Hand. Die andere aus dem Fenster. Vorbei an blühenden Lavendel- und Weinfeldern. An einer kleinen Bucht legen wir eine Pause ein. Werfen uns in Neoprenanzüge, schnappen uns die Surfboards und stürzen in die riesigen Wellen. Wortwörtlich.

Es wird langsam dunkel. Der Sternenhimmel über unseren Köpfen, Meeresrauschen als schönste Nachtmusik. Du schaust nach oben, erzählst etwas von den großen Königen der Vergangenheit. Ich lache. Weil ich weiß, dass sie über uns wachen. We fell in love at the Seaside. Nur du und ich.

Du und ich. Auf einer Reise ins Unbekannte. Ich bin bereit. Aber was ist mit dir?